ETS-2, CO₂-Preise und Milliardeninvestitionen: Warum die Zeit für energetische Sanierungen jetzt gekommen ist

ETS-2 und CO2-Preise energetische Sanierung

Kaum ein Thema beschäftigt die Immobilienwirtschaft derzeit so sehr wie steigende CO₂-Preise. Mit der Einführung des ETS-2-Systems auf EU-Ebene und dem nationalen Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) wird klar: Die Kosten für den CO₂-Ausstoß werden in den kommenden Jahren erheblich steigen. Eigentümer und Mieter müssen sich auf deutlich höhere Betriebskosten einstellen – es sei denn, sie handeln jetzt. Energetische Sanierungen sind der Schlüssel, um steigenden Belastungen zu begegnen und langfristig wirtschaftlich zu bleiben.


Die historische Entwicklung des CO₂-Preises

Die CO₂-Bepreisung ist kein neues Instrument. In Deutschland startete 2021 der nationale CO₂-Preis für Gebäude und Verkehr. Er begann bei 25 €/t CO₂ und ist bereits auf 45 €/t CO₂ im Jahr 2025 festgelegt. Parallel steigt der europäische CO₂-Preis (EU ETS), der zunächst nur Industrie und Strom betraf, jetzt aber durch das ETS-2 ab 2027 auch Gebäude und Verkehr umfasst.

Prognose: Wo geht die Reise hin?

  • Kurzfristig (bis 2026): Der nationale Preis steigt weiter auf ca. 55–65 €/t CO₂.
  • Mittelfristig (ETS-2 ab 2027): Experten erwarten hier Marktpreise zwischen 80–150 €/t CO₂, je nach Angebots- und Nachfragesituation der Zertifikate.
  • Langfristig (bis 2035): Studien prognostizieren sogar Werte von über 200 €/t CO₂, um die Klimaziele zu erreichen.

Welche Implikationen hat das für Eigentümer und Mieter?

  • Direkte Heizkostensteigerung: Für eine typische Gasheizung in einem Mehrfamilienhaus könnten die Mehrkosten pro Wohnung allein durch den CO₂-Preis bis 2030 auf 400–600 € pro Jahr steigen.
  • Wertverlust unsanierter Immobilien: Höhere Nebenkosten senken die Attraktivität – Mietinteressenten und Käufer bevorzugen zunehmend energieeffiziente Immobilien.
  • Regulatorischer Druck: Mit der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) kommen Verschärfungen, z. B. durch Mindestanforderungen an die Energieeffizienzklasse.

Welche Maßnahmen sind jetzt wirksam?

Um steigende CO₂-Kosten zu kompensieren, gibt es verschiedene Hebel:

1. Gebäudehülle dämmen

  • Fassaden-, Dach- und Kellerdeckendämmung reduzieren den Heizbedarf drastisch.
  • Einsparungen: bis zu 30% Heizkosten.
  • Amortisation: je nach Maßnahme zwischen 10 und 15 Jahren, bei steigenden CO₂-Preisen oft schneller.

2. Heizung modernisieren

  • Wärmepumpen ersetzen Gas- und Ölkessel, CO₂-Kosten entfallen nahezu.
  • Einsparungen: bis zu 70% Heizkosten (bei PV-Unterstützung).
  • Amortisation: oft 10–12 Jahre, Förderungen verkürzen dies zusätzlich.

3. PV-Anlagen und Solarthermie

  • Strom selbst erzeugen oder Warmwasser unterstützen.
  • Entlastet das Budget bei gleichzeitig steigenden Strompreisen.

4. Hydraulischer Abgleich & neue Thermostate

  • „Low Hanging Fruits“ mit kurzer Amortisation (2–4 Jahre).

Wann lohnt sich das?

Ein Rechenbeispiel:

  • Bei einer CO₂-Bepreisung von 150 €/t CO₂ verursacht ein unsaniertes MFH mit 150 kWh/m²a (ca. 30.000 l Gas/Jahr) zusätzliche CO₂-Kosten von ca. 7.000 €/Jahr.
  • Eine energetische Sanierung (auf z. B. 60 kWh/m²a) spart hier rund 4.000 €/Jahr nur bei CO₂ – ohne die eingesparten Brennstoffkosten.

Das bedeutet: Mit steigenden Preisen verkürzt sich die Amortisationszeit deutlich.

Sollten auch Sie interesse an einer energetischen Sanierung haben, freuen wir uns, wenn Sie mit uns in Kontakt treten.